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Verbandsgemeinderat beschließt Kommunale Wärmeplanung
Kommunale Wärmeplanung: Orientierung für die Wärmewende vor Ort
Die Verbandsgemeinde Bitburger Land hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur klimafreundlichen Wärmeversorgung erreicht: Die kommunale Wärmeplanung liegt vor und wurde am 26.03.2026 vom Verbandsgemeinderat beschlossen. Sie macht deutlich, dass die Wärmewende eine anspruchsvolle, aber zugleich notwendige Zukunftsaufgabe ist.
Aktuelle Situation und Handlungsbedarf
Die Analyse verschiedener Datenquellen – darunter Kehrbücher, Verbrauchsdaten und Befragungen – macht deutlich: Derzeit basiert die Wärmeversorgung in der Verbandsgemeinde noch zu mindestens 52,9 % auf fossilen Energieträgern. Heizöl stellt dabei die dominierende Heiztechnik dar. Besonders der Wohnsektor verursacht den größten Anteil der Wärmebedingten Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig eröffnet der anstehende Austausch vieler Heizungsanlagen eine große Chance, künftig verstärkt auf nachhaltige und effiziente Technologien umzusteigen.
Potenziale für erneuerbare Energien
Die Potenzialanalyse zeigt vielversprechende Möglichkeiten für eine klimafreundliche Wärmeversorgung. Besonders hervorzuheben sind:
- oberflächennahe Geothermie
- Freiflächen-Solarthermie
- Agrothermie
- Photovoltaik, auch in Kombination mit landwirtschaftlicher Nutzung (Agri-PV)
Diese Potenziale sollen in den kommenden Jahren konkretisiert und unter wirtschaftlichen sowie praktischen Gesichtspunkten weiter geprüft werden.
Zielbild 2045: Klimaneutrale Wärmeversorgung
Das angestrebte Zielszenario sieht vor, die identifizierten Potenziale konsequent zu nutzen und gleichzeitig den Wärmebedarf durch energetische Sanierungen zu reduzieren. Im Jahr 2045 soll die Wärmeversorgung in unserer Verbandsgemeinde überwiegend auf erneuerbaren Energien basieren. Nach aktuellen Berechnungen kann so die Treibhausgasneutralität erreicht werden.
Vier Fokusgebiete für die nächsten Jahre
Um dieses Ziel zu erreichen, wurden vier zentrale Handlungsfelder definiert, die in den kommenden fünf Jahren gestartet werden sollen:
1. Prüfung von Gebäudenetzen
In mehreren Ortsgemeinden – darunter Dudeldorf, Kyllburg und Oberweis – wird die Eignung für sogenannte Gebäudenetze untersucht. Ziel ist es, wirtschaftliche Lösungen für kleinere Nahwärmenetze zu entwickeln und interessierte Haushalte einzubinden.
2. Information und Beratung zu dezentralen Lösungen
Bürgerinnen und Bürger sollen umfassend über individuelle Heizlösungen wie Wärmepumpen informiert werden. Geplant sind daher Informationsveranstaltungen, Wirtschaftlichkeitsanalysen und Unterstützung bei Förderanträgen.
3. Sanierungsoffensive
Mit Thermografie-Aktionen, Workshops und Informationsabenden soll die energetische Sanierung bestehender Gebäude – insbesondere aus den 1950er bis 1970er Jahren – vorangetrieben werden.
4. Energetische Standards in Neubaugebieten
In neuen Baugebieten sollen energetische Anforderungen frühzeitig berücksichtigt werden, etwa durch effiziente Gebäudeausrichtung, nachhaltige Mobilität und die Integration moderner Wärmelösungen.
Fördermöglichkeiten nutzen
Für viele Maßnahmen stehen hierzu entsprechende Förderprogramme des Bundes zur Verfügung, beispielsweise:
- Zuschüsse für Gebäudenetze und Anschlüsse
- Förderprogramme für Quartierskonzepte und Sanierungsmanagement
- Förderung von Wärmepumpen mit bis zu 70 % der Kosten
Gemeinsam die Wärmewende gestalten
Die Umsetzung der Wärmeplanung bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Sie stärkt den Klimaschutz, erhöht die Versorgungssicherheit, senkt langfristig Energiekosten und fördert die regionale Wertschöpfung.
Der Erfolg hängt maßgeblich von der Zusammenarbeit aller Beteiligten ab – von Verwaltung und Politik über das Handwerk bis hin zu den Bürgerinnen und Bürgern.
Die Verbandsgemeinde Bitburger Land wird den Wärmeplan regelmäßig fortschreiben und an neue Entwicklungen anpassen. So wird sichergestellt, dass die Wärmewende vor Ort Schritt für Schritt umgesetzt wird.
Jetzt informieren und mitmachen!
Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich die vorliegenden Informationen zur gesamten Verbandsgemeinde, aber auch insbesondere zu ihrem eigenen Wohnort anzusehen. Dies ist über die Homepage der Verbandsgemeinde – Bürgerservice – Klimaschutz - Kommunale Wärmeplanung möglich.
Nur gemeinsam kann die Wärmewende erfolgreich gestaltet werden!

Gregor Ott, © © GVO MEDIA GmbH
Quelle: Trianel GmbH
