Die Entstehung von Nattenheim

Der Name Nattenheim entstand nach einer Sage angeblich so: Eine schwere Krankheitswelle, die Pest, auch "Schwarzer Tod" genannt, kam über die Bevölkerung des Ortes Gerstdorf, einer Anhöhe, auf der zur heutigen Zeit der Aussiedlerhof "Gersthof" liegt. Viele starben an der Katastrophe, die über sie hereinbrach. Die restlichen Einwohner beschlossen zu fliehen und wollten dem Unheil entgehen. Um der Seuche zu entkommen, wurden die Häuser und die Vorräte verbrannt. Die Leute waren schwach und konnten auch nicht weit weg von ihren Äckern. Und so zogen sie auf den gegenüberliegenden  Berghang jenseits des Flüsschen Nims, um dort einen neuen Anfang zu machen. Von dort konnten sie ihre bisherigen Wohnstätten sehen. Um ihre Wehmut etwas zu dämpfen sagten sie sich: wir sind nahe daheim. Daraus soll dann in Ableitung der Name "Nattenheim" entstanden sein.

Dieses ist nur eine Sage. Da die Pest in Europa überwiegend im 14. Jahrhundert wütete, ist auch historisch die Namensfindung falsch.

Sicher ist: Nattenheim ist älter.

Eine schriftliche Erwähnung von Nathneim im Jahre 759 nach heutiger Zeitrechnung ist belegt durch eine Schenkungsurkunde an das Kloster Echternach. Eine Frau Hildegarda, wahrscheinlich eine Adelige, schenkte ihren Besitz, den Ort "Nathneim" an das Kloster. Auch in einem Güterverzeichnis der Abtei Prüm im Jahre 893 wird ein Mansus (ein Flächenmass für einen Hof, Bauernstelle) "Nanzenheim" erwähnt. Ferner wird 1467 ein Clais v. Nattenheim in einem Testament erwähnt. Dieser war ein sehr begüterter Bürger mit weiteren Besitztümer in Hillesheim und Bolsdorf und wurde als ein Wohltäter bekannt. Er verfügte den Altarbau der Gangolfskirche in Trier und den Michaelsaltar des Augustinerklosters in Hillesheim. Die Eltern von Clais v. Nattenheim waren Nikolaus von Nattenheim und Anna von Vianden und dieses waren auch die Großeltern von Clais v. Mirbach, (gest. 1513). Aus dieser Familienlinie stammt der Erbauer der Erlöserkirche (eine ganz besondere Kirche in der Eifel, erbaut 1902/03) in Mirbach, Herr Ernst Freiherr von Mirbach. Eine Frau Mettel (Mechthild?) von Nattenheim heiratete 1395 einen Herrn Heinrich (der Alte) von Mirbach. Dieses ist in einem Kirchenfenster in der Erlöserkirche in Mirbach dargestellt.

(Quellen: Hillesheimer Wappenkunde-H.Wagner, Arbeitskreis, Internet Recherche)