20 Jahre Förderverein Schloß Malberg e.V.

In der festlichen Umgebung des Musiksalons von Schloss Malberg feierte der Förderverein des Schlosses sein 20. Gründungsjubiläum. 1996 initiiert von engagierten Bürgern aus der Region, hat der Förderverein mittlerweile 160 Mitglieder aus der näheren und weiteren Umgebung, darunter auch einige, die Schloss Malberg noch aus der Zeit als Hotelpension kennen.

Der Vereinsvorsitzende Dr. Gies begrüßte die zahlreichen Gäste, darunter den Gründungsvorsitzenden Dr. Hüttel und die Landeskonservatorin Frau Dr. Kaiser. Bürgermeister und Hausherr Josef Junk bekräftigte die Bereitschaft der VG Bitburger Land, das Schloss weiterhin zu unterstützen, und bedankte sich beim Förderverein und seinem Vorsitzenden für das unermüdliche Engagement und die bisher geleistete Arbeit. Bernd Spindler berichtete über die Gründungsjahre des Vereins, nachdem die damalige VG Kyllburg das Schloss übernommen hatte und ein enormer Aufwand zur Erhaltung der einmaligen Bausubstanz investiert werden musste. Dr. Gies stellte das anspruchsvolle Veranstaltungsprogramm vor, mit dem das Schloss für ein kulturinteressiertes Publikum erlebbar wird. Plakate zu den Veranstaltungen der vergangenen Jahre wurden in den Nebenräumen ausgestellt. Dokumentiert wird das Vereinsleben und die Schlossrestaurierung im jährlichen erscheinenden "Malberger Schlossboten".

Die neue Landeskonservatorin Frau Dr. Roswitha Kaiser erläuterte die Aufgaben der Landesdenkmalpflege. Sie setzte diese in einen reizvollen Kontrast zu den Prinzipien der Denkmalpflege von Paul Clemen vor 100 Jahren und verband ihren Vortrag mit persönlichen Kindheitserlebnissen auf Schloss Malberg. Um die Restaurierung des Schlosses zu vollenden, müsse ein Masterplan zur zukünftigen Nutzung entwickelt werden.

Der Kunsthistoriker Dr. Richard Hüttel beschäftigte sich mit dem Bauherrn des Schlosses, Johann Werner von Veyder, und seinem Architekten Mateo Alberti und erläuterte den historischen Hintergrund. Mateo Alberti, der auch Schloss Bensberg bei Köln entworfen hat, war ein europäischer Stararchitekt des frühen 18. Jahrhunderts, der Schloss Malberg im damals modernen Barockstil plante. Die häufig zitierte direkte Verbindung zum Renaissance Architekten Palladio muss nach Hüttels Ansicht erweitert werden.

Die Geschäftsführerin des Fördervereins Inge Solchenbach sprach das Schlusswort, sie regte an, nicht länger auf den großen Investor zu warten, sondern eine schrittweise Vermietung und Nutzung der Schlossanlage zu bedenken. Der Förderverein als "Fürsprecher des Schlosses" werde sich auch in Zukunft engagiert an Konzepten für eine tragfähige Nutzung des Schlosses beteiligen.

Ein Sektempfang im Gartensalon rundete die Feier ab. Auf die Helfer, die im Sommer 2016 die Öffnung der Schlossgärten unterstützt haben, wartete als Dankeschön noch ein echt Eifeler "Döppekooche" im alten Speisesaal des Schlosses.

Zahlreiche Zuhörer lauschten den Ausführungen der Landeskonservatorin Frau Dr. Kaiser
Zahlreiche Zuhörer lauschten den Ausführungen der Landeskonservatorin Frau Dr. Kaiser