Spatenstich für die Renaturierung des "Kannenbachs" in Biersdorf am See; Ausstellung "Aktion Blau" im Rathaus der VG

Der Kannenbach in der Gemeinde Biersdorf am See wurde Anfang der 70er Jahre im Rahmen der Anlegung des Stausees im Unterlauf verrohrt und teilweise mit Betonplatten versiegelt. Im heutigen Parkplatzbereich des Stausees ist nur noch der Auslauf des Kannenbaches als solcher zu entdecken. Dies wird sich allerdings in den nächsten Monaten ändern. Im Rahmen der "Aktion Blau Plus" des Landes Rheinland-Pfalz wird der Bach im Parkplatzbereich freigelegt und naturnah gestaltet. Westlich der vorhandenen Parkplatzfläche, also zum Stausee hin,  wird eine vollständige Entsiegelung der Fläche im Zusammenhang mit der Freilegung des Kannenbachs vorgenommen.

Zur Förderung der Familienfreundlichkeit und der Integration bewegungseingeschränkter Personen werden auf dem entsiegelten Bereich Wassererlebniszonen errichtet. Diese werden pädagogisch sinnvoll zum Thema Wasser aufgebaut, um den Aspekt der Gewässerrenaturierung spielerisch mit einzubinden, wobei nun ausschließlich Wasserspielgeräte verwendet werden. Als Verbindung zwischen den Parkplätzen und der neu geplanten Wassererlebniszone über den offen gelegten Kannenbach wird eine Holzbrücke errichtet. Außerdem soll zusätzlich eine Hängebrücke gebaut werden.
Anlässlich des Spatenstichs zu dem Projekt konnte Bürgermeister Josef Junk u.a. die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Frau Ulrike Höfken, verschiedene Behördenvertreter, die Landtagsabgeordneten der Region sowie auch die Mitglieder des Zweckverbandes Stausee Bitburg begrüßen. Bürgermeister Junk unterstrich die Bedeutung des Projektes im Rahmen des ökologischen Gewässerausbaues. "Die Renaturierung wird aber nicht nur dem Gewässer gut tun, sondern auch den Bürgern und Touristen, da das Umfeld des Stausees eine deutliche Aufwertung erhält", so Josef Junk.

"Wir wollen den in den Stausee mündenden Kannenbach aus seinem Betonkorsett befreien, damit er wieder zugänglich wird für die Menschen und Lebensraum bietet für Wassertiere, Insekten und Pflanzen", sagte Umweltministerin Ulrike Höfken vor Ort. Ein wichtiges Ziel der Renaturierung des Baches an der Mündung sowie im Oberlauf sei es zudem, die Belastung und Verschlammung des Stausees zu verringern. Im Rahmen der Aktion Blau Plus unterstütze das Land das Vorhaben zu 90 Prozent mit insgesamt rund 900.000 Euro.
Zur "Aktion Blau": Im Rahmen der Aktion zur Renaturierung von Gewässern wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten rund 1400 Projekte mit rund 920 Kilometer Länge realisiert. Die Wasserrahmenrichtlinie der EU verpflichtet die Länder, bis spätestens 2027 alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu überführen. Dass dies in Rheinland-Pfalz bei rund 30 Prozent der Bäche, Flüsse und Seen bereits erreicht wurde, sei auch ein Verdienst der Aktion Blau Plus, so Höfken. Um kommende Herausforderungen gemeinsam mit den Kommunen zu meistern, werde das Land in den kommenden fünf Jahren rund 470 Millionen Euro in den Gewässerschutz investieren. Das Geld fließe nach derzeitiger Planung in über 2000 Projekte der Kommunen, unter anderem in die Sanierung schadhafter Abwasserkanäle, den Bau und die Optimierung von Kläranlagen sowie in die Renaturierung von Gewässern, wie zum Beispiel in Biersdorf.
Wer sich ein Bild von 20 Jahren "Aktion Blau" machen will, der sollte in den nächsten Wochen ein Blick in das Rathaus der Verbandsgmeinde in Bitburg werfen. Im zweiten Obergeschoss ist die Ausstellung des Landes zu dieser Aktion zu sehen. (RSch)

Spatenstich in der Nähe des Einlauf des Kannenbachs mit MdL Nico Steinbach, Ministerin Ulrike Höfken, Ulrich Kleemann (SGD Nord), Bürgermeister Josef Junk, MdL Michael Billen, Günter Wey, 1. Beigeordneter Rainer Wirtz und Ralf Karst
Spatenstich in der Nähe des Einlauf des Kannenbachs mit MdL Nico Steinbach, Ministerin Ulrike Höfken, Ulrich Kleemann (SGD Nord), Bürgermeister Josef Junk, MdL Michael Billen, Günter Wey, 1. Beigeordneter Rainer Wirtz und Ralf Karst
Bürgermeister Josef Junk bei der Begrüßung im Kisok am Stausee
Bürgermeister Josef Junk bei der Begrüßung im Kisok am Stausee