Die Geschichte der Ortsgemeinde Zendscheid

In den Mittelrheinischen Regesten ist Zendscheid 1036 als Cinsceith angegeben. Das Wort -scheid bezeichnet jede Art von Grenze, aber auch von Bergwald. Vielleicht ist hier die Grenze der mittelalterlichen Gauverfassung im Namen des Ortes vermerkt. Zendscheid war bis um 1800 Teil des kurtrierischen Amtes Kyllburg.

1815 wird Zendscheid Teil der neugebildeten Bürgermeisterei Mürlenbach, deren Sitz später nach Birresborn verlegt wird. Zendscheid wird der Verbandsgemeinde Kyllburg zugeordnet, zu deren kurtrierischem Amt es bis 1794 gehörte. Durch die Verwaltungsreform 1970/71 wird sowohl der Kreis Prüm als auch die Verbandsgemeinde Birresborn aufgelöst. Bei der Neuorganisation der Pfarreien in der Zeit der Französischen Revolution wird 1803 St. Thomas zur Pfarrei erklärt und Zenscheid angegliedert, bereits 1805 wird die Pfarrei St. Thomas wieder aufgehoben, und Zendscheid wird Meisburg zugeordnet. Seit 1828 wird es dann

kirchlich von Densborn verwaltet und ist auch als Filiale von Densborn seitdem nachweisbar. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte Zendscheid kein eigenes Gotteshaus. Die erbaute Kapelle erhält im Februar 1899 ihre Benediktion. Über die Madonnenfigur in der großen Mittelnische des Altars berichten die "Kunstdenkmäler

des Kreises Prüm ... "- eine Mutter Gottes auf der Halbkugel mit faltenreicher Drapierung des Gewandes und weiten Ärmeln". Im Jahre 1952 wird die Figur restauriert. Insgesamt sechs Farbschichten mussten dabei abgenommen werden,

bevor das rohe Holz zum Vorschein kam. Jetzt erst war die feine Arbeit des Schnitzers erkennbar. Dem Urteil des Sachverständigen nach soll es sich um eine spätgotische Figur aus der Zeit von 1470 bis 1520 handeln. Patronin der Kapelle ist die Jungfrau Maria. In Zendscheid muss schon sehr früh Schulunterricht abgehalten worden sein, denn die Chronik berichtet, dass im Jahre 1759 das Lehrergehalt drei Viertel Maß Korn betragen habe; auf das Jahr bezogen. Dennoch wurde bis ins 19. Jahrhundert hinein die Pflicht zum Schulbesuch weder von den Schülern noch von den Eltern besonders ernst genommen. Das ist nicht besonders verwunderlich wenn man liest: Am 7. August dieses Jahres (1891) erhielt der Lehrer Nikolaus Wagner sein Gestellungs-Ordre zu einer zehn wöchentlichen Übung beim Infanterie

Regiment Nr. 69 in Trier. Obwohl der Kreisschulinspektor hiervon Kenntnis hatte, fiel der Unterricht vom 18. August bis zum Z. November aus. - Nach Auflösung der Volksschule Zendscheid, 1969, gingen die Kinder in die Grund- und

Hauptschule Kyllburg.