Die Geschichte der Ortsgemeinde Wilsecker

Im Urkundenbuch von Beyer erscheint der Name als Willesacger. Im 13. Jahrhundert lesen wir den Namen als Wildesacker. Die Sprachforscher führen den Wortstamm auf den Personennamen Willo zurück. Der Chronik zufolge waren bei Wilsecker in der Zeit um 1850 noch verschiedene Stellen der sogenannten römischen Lang- und Landmauer zu sehen. An einzelnen Stellen hatte sie noch eine Höhe von vier bis fünf Fuß, etwa 1,30 m bis 1,60 m. Die Steine der Langmauer waren der Chronik nach durch Kalkmörtel so fest verbunden, dass sie unzertrennlich schienen. Doch bereits 1887 waren verschiedene Stellen dem Erdboden gleich, weil viele Steine zum Bau von Häusern und Wegen benutzt worden waren, und der Pflug zog seine Furchen, wo ehedem das gewaltige Bauwerk stand. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts begegnen uns die Ritter von Wilsecker. In der benachbarten Stiftskirche in Kyllburg erinnert noch eine große Anzahl von Grabsteinen an sie. Um die Wende vom 15. zum 16. Jahrundert ist vermutlich das Geschlecht derer von Wilsecker ausgestorben. Von da an treten die Herrn von Wiltz auf, sie besitzen als Lehen der Abtei Prüm die Güter

und Renten in diesem Gebiet. Es steht fest, dass Wilsecker bereits im Jahre 1222 eine eigene Kirche besitzt. Damals erwähnt bereits Caesarius von Prüm eine Kirche "sita in villa que appellatur Willesacger" (gelegen in dem Ort, der Wilsecker genannt wird). Die alte Kirche oder Kapelle wurde 1528 durch einen Neubau ersetzt.

Damals wie heute standen Kapelle und Ort unter dem Patronat des hl. Nikolaus. Alle 14 Tagen wurde in der Kapelle eine Messe gelesen. Der Zelebrant erhielt dafür vier Florin (Gulden) und von jeder Eheschließung ein Sester Korn und ein Sester Hafer. Schon sehr früh hatte Wilsecker die Möglichkeit zum Besuch einer Schule in der eigenen Pfarrei nämlich im Stift zu Kyllburg. Um 1815 entsteht eine selbstständige Winterschule in Wilsecker, wo in der Zeit von St. Martini (11. November) bis St. Gertrudis (17. März) Unterricht erteilt wird. Etwa um 1840 wird dann eine eigene Schule gebaut, die 1902 durch einen Neubau ersetzt wird. 1969 wird die Volksschule Wilsecker geschlossen.