Die Geschichte der Ortsgemeinde Oberkail

Schon sehr früh, nämlich 633, ist der Ort in den Mittelrheinischen Regesten als Callidum verzeichnet. Im Jahre 923 wird er villa subterioris Callidi genannt (das Haus unterhalb der Callidi) 1247 = Keyle. Der Wortstamm dürfte zurückzuführen

sein auf das altdeutsche qui, qual = Quelle; also Oberkail = das Haus oder der Ort

unterhalb der Quelle. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts steht Oberkail unter luxemburgischer Lehnshoheit. Dann wird es kurtrierisch bis 1552. Danach ist die Herrschaft Oberkail wieder luxemburgisch bis zur Französischen

Revolution um 1800. Bereits um 1180 wird mit dem Bau eines Gutshofes innerhalb einer befestigten Anlage begonnen. Der wohl Berühmteste, der Oberkail und seine Burg bewohnt hat, war der bekannte Kardinal und Gelehrte Nikolaus

von Kues. Von der Oberkailer Burg nahm er seinen Weg; zunächst Kammerdiener auf der Burg Oberkail, besuchte er dann die berühmte Schule in Deventer. Studien in Heidelberg und Köln schlossen sich an. 1453 errichtete er das Cusanusstift in Kues bei Bernkastel, in dessen Kapelle sein Herz beigesetzt ist. Er bestimmte, dass 33 bedürftigen älteren Männern dort Wohnung und Unterhalt gewährt werden sollte. In

dankbarer Erinnerung an die Burg Oberkail, von der aus er seinen Weg genommen hatte, verfügte der Kardinal, dass die Grafen von Manderscheid-Kail das Recht haben sollten, einen Insassen des Hospitals zu benennen. Die Grafen von Manderscheid-Kail sind im Jahre 1780 im Mannesstamm erloschen. Nahe bei Oberkail steht die Frohnertkapelle. Im Jahre 1646 hatte Graf Philipp Dietrich von Manderscheid-Kail eine Vision, bei welcher er eine Kapelle am Himmel sah. Das wurde der Anlass, dass er auf der Anhöhe zwischen Oberkail und Schwarzenborn "AUF DEM FROHNERT" eine Kapelle errichten ließ. Ihr Grundriss, in achteckiger Form, ist eine Nachbildung der Himmelfahrtskapelle auf dem Ölberg bei Jerusalem.