Auf Besuch in der Partnergemeinde Klein Strehlitz/Oberschlesien

In wenigen Jahren jährt sich der Beginn der Gemeindepartnerschaft zwischen der Verbandsgemeinde Bitburg Land und dem Gemeindeverband Klein Strehlitz in Polen zum 20. Male. Es war im Sommer 1997, als der erste schriftliche Kontakt zwischen Bitburg-Land und Klein Strehlitz zu Stande kam, dem ein Jahr später der erste Besuch durch die damaligen Ortsbürgermeister Josef Junk aus Idenheim und Heinz Junk aus Wolsfeld folgte. Seitdem hat sich eine intensive, lebendige und mustergültige Partnerschaft entwickelt, die unter dem Dach des Partnerschaftsvereins in vielen persönlichen Freundschaften sowie den Kontakten zwischen den Jugendfeuerwehren und der Realschule St. Matthias mit dem Gymnasium Klein Strehlitz, den Feuerwehren Seffern nach Dobra und Wolsfeld nach Moschen sowie den Angelsportvereinen DIST und Klein Strehlitz ein breites, tragfähiges Fundament hat. Zur weiteren Intensivierung der Kontakte war Bürgermeister Josef Junk am ersten Septemberwochenende wieder mit einer offiziellen Delegation nach Oberschlesien gereist, wo neben der Teilnahme am Erntedankfest ein interessantes Programm die Gäste erwartete. Zusammen mit vielen Mitgliedern des Partnerschaftsvereins hatten sich auch die VG-Beigeordneten Rainer Wirtz und Uwe Weidenbruch, mehrere Mitglieder des VG-Rates und Ortsbürgermeister sowie Vertreter der Feuerwehr und der Matthiasschule mit auf den Weg nach Oberschlesien gemacht.

Nach einer zügigen Anreise traf die Delegation am frühen Freitagvormittag in Breslau ein, wo Bürgermeister Kurpiela mit einem kleinen Begrüßungskomitee den Bus bereits ungeduldig zum ersten Programmpunkt erwartete. Nach einer herzlichen Begrüßung wurde zuerst mit dem Reisebus und anschließend zu Fuß die Odermetropole mit einem sehr freundlichen und überaus kompetenten Stadtführer erkundet, der sowohl die polnische, als auch die deutsche Geschichte Breslaus unvoreingenommen vorstellte. Besondere Ziele waren die Jahrhunderthalle, die Dominsel mit dem Johannesdom, die Salzinsel und der Ring mit dem historischen Rathaus und dem Greiffenhaus. Nach einer Stärkung im historischen Schweidnitzer Keller ging es dann weiter nach Proskau, wo im neuen Hotel Arkas Quartier bezogen wurde.

 

Die folgenden Tage waren geprägt von interessanten Besichtigungen und vielen Begegnungen der Menschen aus Eifel und Oberschlesien. Am kommenden Tag führte der Weg die Besucher in Richtung Osten, unter dem St. Annaberg und an Kattowitz vorbei nach Krakau, eine der schönsten und am besten erhaltenen polnischen Städte. Nach einem Besuch auf dem Wawel und einer Schloßführung, wurde das Stadtzentrum mit Marktplatz und Tuchhallen sowie die Marienkirche und die Barbarakirche dann zu Fuß erkundet. Besonderes Interesse fand der weltberühmte Veit-Stoß-Flügelaltar in der Marienkirche, eines der herausragenden sakralen Kunstwerke in Europa, das der Bildhauer 1489 nach zwölfjähriger Schaffenszeit vollendet hatte.

 

Schon früh ging es am Sonntagmorgen nach Moschen zum großen regionalen Erntedankfest. Nach dem Besuch der Hl. Messe führte der Weg in das herrliche Moschener Schloß, ein eindrucksvolles Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert im Barock-, Neogotik- und Neorenaissancestil errichtet. Es verfügt über 365 Räume. Zahlreiche Türme, Türmchen und Erker prägen weithin das Bild des Schlosses, ebenso wie seine weiträumige Parkanlage. Ursprünglich war es Privatbesitz einer wohlhabenden Familie. Unzerstört wurde es nach dem Krieg enteignet, zuerst von der Roten Armee genutzt und seit 1972 als Sanatorium, ehe es inzwischen ein feines Restaurant mit Unterkünften geworden ist. Durch den Schloßpark führte auch der imposante Festumzug mit Erntewagen aus allen Dörfern des Gemeindeverbandes hin zum Festplatz am Pferdegestüt. Nach dem offiziellen Festakt und der Siegerehrung im Wettbewerb der Erntekronen gab es dort ein buntes Folklore- und Unterhaltungsprogramm. Anschließend folgte die Reisegruppe einer Einladung an den See von Metzgermeister Kostka, wo viele Freunde aus Klein Strehlitz schon auf die Gäste aus der Eifel warteten. Hier war endlich viel Zeit, für neues gegenseitiges Kennenlernen und für die weitere Vertiefung schon lange bestehender Freundschaften. Und gerade hier, im kleinen Kreis zeigte sich wieder einmal ganz besonders die überwältigende Herzlichkeit und Offenheit der Menschen aus Oberschlesien.

 

Viel zu schnell flogen die Tage in Oberschlesien vorbei, und schon am folgenden Morgen hieß es wieder Abschied zu nehmen und die Rückreise in die gut eintausend Kilometer weit im Westen gelegene Eifelheimat anzutreten. Ein wenig mulmig zu Mute wurde es sicher dem einen oder anderen, als das "Verabschiedungskomitee" aus Klein Strehlitz am Hotel eintraf; wie immer bepackt mit Verpflegungspaketen, damit auch alle die lange Fahrt gen Westen gut überstehen. Dziekuje bardo und dowidzenia, wrócimy Strzeleczki.

 

(Vielen Dank und auf Wiedersehen, wir kommen wieder, Klein Strehlitz)

 

Zusammen mit den schlesischen Freunden wurde am Sonntag die Festmesse zum Erntedanktag in der Kirche zu Moschen besucht. Nach dem Empfang der obligatorischen Erntesträußchen stellte sich die Gruppe dem Fotografen auf der Kirchentreppe zum Erinnerungsbild; mi. li. Bgm. Josef Junk und Bgm. Bruno Kurpiela
Zusammen mit den schlesischen Freunden wurde am Sonntag die Festmesse zum Erntedanktag in der Kirche zu Moschen besucht. Nach dem Empfang der obligatorischen Erntesträußchen stellte sich die Gruppe dem Fotografen auf der Kirchentreppe zum Erinnerungsbild; mi. li. Bgm. Josef Junk und Bgm. Bruno Kurpiela
Am Hotel Arkas in Proskau wartet die Besuchsgruppe auf die Abfahrt des Busses nach Krakau (Fotos: Walscheid)
Am Hotel Arkas in Proskau wartet die Besuchsgruppe auf die Abfahrt des Busses nach Krakau (Fotos: Walscheid)